Category Archives: One up

One up (4)

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Vor lauter Albernheit reimt sich Richard David Precht heute auf „Ich hab damit Recht.“

Endlich, endlich ist Kunos absoluter Lieblingsartikel der letzten Wochen online. In der taz des vergangenen Wochenendes hieß es zu Deutschlands Philosophie-Philosophen Richard David Precht:

„Er gehört zu dem exklusiven Kreis der deutschen Intellektuellen, die die sozialökologische Transformation und die sozialen Verwerfungen der Digitalisierung denken können, also politisch. Man muss ihn sehr ernst nehmen.“

Einen ganzen Sonntag kicherte der Kuno über diese zwei Power-Sätze und kriegt sich immer noch nicht ein. Danke, taz!

One up (3)

One up, Halbmondedition. Die junge Kategorie kann sich ja noch nicht ganz entscheiden, wie ironisch sie sein will, aber heute gibt es das durchaus ernst gemeinte one up für einen Artikel, der in der Süddeutschen Zeitung am Wochenende erschien. Darin lieferte Frank Griffel, Professor für Islamwissenschaften in Yale und aktuell an der LMU München, einen kurzen historischen Abriss des vormodernen Islam ab etwa 1100.

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Turban und viel Grün, aber wahrscheinlich nicht Mohammed.

Der Artikel räumt mit der heute allgegenwärtigen Einschätzung auf, der Islam sei so rückständig, weil er ja nie so spitzenmäßige Dinge wie Reformation und Aufklärung gekannt habe, die das christliche Abendland ja so awesome haben werden lassen.

Die Pointe ist, dass die nachklassische islamische Welt die meisten Probleme, die im christlichen Europa Reformation und Aufklärung erst nötig machten, gar nicht kannte, weil das Denken auf Synkretismus und das Handeln auf Pluralität ausgerichtet war.

Griffel vermeidet es, ein goldenes Zeitalter herbeizuphantasieren, in dem alles peace, love und happiness war. Trotzdem gewinnt man den Eindruck, dass die vormoderne islamische Welt nicht nur dem mittelalterlichen Abendland haushoch überlegen war, sondern in mancherlei Hinsicht vielleicht auch dem zeitgenössischen Europa. Warum das heute anders aussieht,  umreißt der Artikel übrigens ebenfalls.

Also: Wenn wieder jemand von der AfD oder von den Salafisten blökt, der Islam sei so und so, dann kann man nach der Lektüre dieses Artikels wenigstens wissen, dass es ,den Islam im Singular wohl kaum je gab und wenn doch, dass er zumindest die längste Zeit seiner Geschichte völlig anders war als die Premium-Denker von Beatrix Storch bis Pierre Vogel so glauben.

One up (1)

Neben all dem kritischen Geschreibsel auf diesem Blog soll es ja auch mal positiv zugehen und so gibt es jetzt eine neue Kategorie namens One up. Voll fetzig, voll bento, voll 4.0.

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Heute:

Frankreichs zurückgetretene Justizministerin Christiane Taubira.

Warum?

Weil Frau Taubira die mehr als fragwürdigen Verfassungsänderungen der Regierung Hollande nicht mittragen will. Diese sehen u.a. einen Entzug der Staatsbürgerschaft für französische Terrorverdächtige (ein Vorschlag des Front National, der auch prompt applaudierte) sowie eine Verankerung des Notstands in der Verfassung vor (siehe z.B. hier). Ziemlich harter Tobak für einen Rechtsstaat.

Taubira stand nicht gerade für law and order, setzte trotz aller Proteste die Ehe für Homosexuelle durch und wagte es sogar einmal, die Marseillaise öffentlich nicht mitzusingen. An ihr könnte sich bswp. der hiesige Justizminister Maas ein Beispiel nehmen, der – die Älteren werden sich erinnern – die umstrittene Vorratsdatenspeicherung seinerzeit rundheraus ablehnte. Dann aber änderte er seine Meinung, weil sein Chef es so wollte und musste sich für diesen Gefallen von Gabriel auch noch dumme Sprüche um die Ohren hauen lassen („Selbst aus Heiko Maas wird noch ’n anständiger Innere-Sicherheits-Politiker.“).

Als Minister kann man alles schlucken und zur Tagesordnung übergehen. Oder gehen.