Eine Armlänge Abstand

In der Silvesternacht kam es in Köln (und auch in Hamburg) zu massiven sexuellen Übergriffen auf Frauen, die überdies mit Diebstahl im großen Stil gekoppelt waren. Die ganzen Widerwärtigkeiten gehen wohl auf ca. 40-100 Männer zurück, die Teil einer Menge von etwa 1000 Menschen auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz war (woraus in den Medien und bei Justizminister Maas eine zivilisationsbrechende Horde von 1000 Verdächtigen wurde).¹

Petry Heil! (Falls den Gag noch keiner gemacht hat)

Die Tatsache, dass es sich laut Zeugen um nordafrikanisch bzw. arabisch aussehende Männer gehandelt hat, lässt die üblichen Idioten den erwartbaren Mist absondern. Stellvertretend Frauke Petry auf Facebook: „Ist Ihnen nach der Welle an Straftaten und sexuellen Übergriffen Deutschland nun ,bunt und weltoffen genug, Frau Merkel?“ Dazu Beifall der üblichen Affen unter ihrem Post. So weit, so langweilig.

Schon überraschender mutet es an, wenn die Kölner Oberbürgermeisterin Reker Frauen empfiehlt, besser eine Armlänge Abstand zu halten. Victim Blaming durch eine Frau, auch nicht schlecht. Vielleicht hatten die Frauen auch Hotpants an, dann wäre alles erklärt.

Sex als Terrorwaffe?

Eine weitere Randnotiz ist es, wenn Familienministerin Schwesig behauptet, dass „bestimmte Gruppen keinen Respekt vor Frauen“ hätten (siehe obiger Welt-Artikel). Ihre Gedönsvorgängerin Schröder wird noch deutlicher und fordert „eine tabulose Debatte über Gewalt gegenüber Frauen“. Beide meinen natürlich muslimische Männer. Die sind halt so und ganz anders als ,unsere anständigen Männer (auf den Wiesn bspw. gehen ja bekanntlich nur Muslime saufen). Passt ja auch so schön zu dankbar geglaubten Falschmeldungen wie etwa der von 70% allein reisenden, jungen Männern unter den Flüchtlingen, die wahrscheinlich alle unverschleierte, deutsche Ayshes abgreifen wollen. Oder zu dieser Polizistin, die durch die Talkshows gereicht wird, um fadenscheinige ,Wahrheiten zu verbreiten.

Allerdings handelt es sich bei den bisher identifizierten Verdächtigen wohl nicht um Flüchtlinge, sondern eher um polizeibekannte Bandenmitglieder. Aber: So oder so Muslime. Wann christliche und bio-deutsche Vergewaltiger (soll’s geben) jemals eine Diskussion über die Bereitschaft genau dieser Männergruppe zu sexueller Gewalt ausgelöst haben, könnte man am Rande natürlich auch noch fragen. Denn es geht um Kriminalität, nicht um Religion oder Ethnie und schon gar nicht um eine Art sexuellen Terrorismus. Das macht die Vorkommnisse nicht weniger schlimm und die Täter nicht weniger widerlich, aber sollte vielleicht im Hinterkopf behalten werden.

de Maizière mal wieder

Den eigentlichen Knaller in dieser Debatte, die dringend etwas Hirn brauchen könnte, zündet wieder einmal der früher als besonnen geltende Innenminister de Maizière. Einerseits will er die Ermittlungen in Köln erstmal abwarten, andererseits schwadroniert er bereits über eine Verschärfung des Asylrechts für Straffällige (die dritte oder doch schon vierte der refugees welcome-Regierung Merkel – man verliert langsam die Übersicht).

Der deutsche Michel könnte durch die Verknüpfung der beiden Themen glatt auf den Gedanken kommen, das eine (Straftäter-Horden) mit dem anderen (Flüchtlinge) zu verbinden, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind. Ob hierzulande alle eine Armlänge Abstand im Sinne kritischer Distanz und vielleicht sogar eine Gedankenlänge Anstand hinbekommen, darf bezweifelt werden.

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¹ Das Wort „Zivilisationsbruch“ bezeichnet eigentlich die Verbrechen des Nationalsozialismus. So kann’s gehen, wenn die Suche nach Superlativen immer schwieriger wird.

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