Heidewitzka!

Am Rande des Wohlfühlparteitags der CDU forderte die Junge Union, die Nationalhymne ins Grundgesetz zu meißeln, um allen Fremdlingen zu zeigen, „dass unsere Nationalhymne das ausdrückt, was wir fühlen“. Leitkultur halt. Übrigens das Unwort des Jahres 2000, deshalb zurecht fester Bestandteil des CSU-Grundsatzprogramms seit 2007 (S. 144) und stumpfes, aber auch heute noch gern benutztes Instrument im intellektuellen Premium-Diskurs.

Zurück zur Musik: Eingeführt bzw. wiedereingeführt wurde das nicht unumstrittene Deutschlandlied 1952 auf Initiative Konrad Adenauers. Kurze Zeit später reiste dieser in die USA und Kuno, der seinerzeit mit Konrad schon vom Zehner gesprungen war, flog als Berater für Fragen selbstverständlich mit nach Chicago. Die Kapelle dort intonierte allerdings statt des Deutschlandliedes den Karnevalsschlager „Heidewitzka, Herr Kapitän“.

Konni war not amused, Kuno hingegen kam aus dem Kichern gar nicht mehr heraus und ward sehr schnell nicht mehr Teil der Delegation. (Das lässt sich übrigens lückenlos belegen, weil Kunos Name aus allen Auzeichnungen zu diesem Staatsbesuch getilgt wurde und nirgends mehr auffindbar ist. Fakt.) Wenn die Reaktion im Ausland jedes Mal so ausfällt, sollte sich die Junge Union unbedingt durchsetzen. Deutschlands Sympathiewerte müssten doch ins Unendliche steigen, wenn Merkel beim Staatsempfang feierlich „Echte Fründe“ oder „Ich hab’ drei Haare auf der Brust“ vorgetrötet wird.

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