Spendungsbewusstsein

Liebe Medien, liebe people

inzwischen haben die meisten von Euch ja kapiert, dass der Facebook-Zuckerberg vielleicht doch nicht der Messias ist. Der Messias ist immer noch Bill Gates, ihm seine Frau und Bono. Ist so.

Warum aber immer noch jeder und seine Mutter wider besseres Wissen in jeder Schlagzeile zum Thema das Wort „spenden“ benutzt, wenn Marky ankündigt, seine Kohle irgendwann mal („during our lives“) an das US-Pendant einer GmbH fließen zu lassen, die damit zwar Gutes tun soll („advance human potential“), die ihm aber wiederum höchstselbst gehört und wenn er dabei voraussichtlich kräftig Steuern sparen wird – das muss mir mal einer erklären. Gibt’s da kein anderes Wort außer „spenden“?

Zugegeben, der Brief der Zuckerbergs an ihre Tochter ist in seiner Länge und seiner klebrig-pathetischen Philanthropenpose kaum zu ertragen – aber trotzdem sollte selbst Euch, liebe Medien, auffallen, dass da von „Stiftung“ und „spenden“ nichts steht. Gar nichts. Wenn ich meine 10 Euro Barvermögen vom Festgeld- aufs Girokonto verschiebe und ankündige, die ganze Kohle demnächst dem Roten Kreuz in die Klingelbüchse zu stecken, ist das noch keine Spende, oder?

Auf dem Niveau kann man ja gleich Betroffenheits-Altmeister Bob Geldof den Journalismus überlassen.

Quelle: Spiegel.de

Oder mir.

Herzlichst

Ihr

Kuno Franz-Josef Wagner-Chan

(Spendet sich jetzt erstmal eine Flasche Rotwein.)

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