Sex mit der FAZ

FAZ-online bringt ein großes Spezial zur Zukunft des Sex und ich spezialisiere mit.faz_net_2015-08-03

Geil! Sommerlöcher und so! Ich habe schon letzte Woche sabbernd geklickt, als das Thema groß auf der ersten Seite angekündigt wurde und fand ganze vier Artikel. Scheint keine große Zukunft zu haben, dieser Sex. Leider tut sich in der Zukunftsforschung seitdem auch nichts mehr, aber schauen wir doch mal, was die Wissenschaftler bei der FAZ bisher so an Thesen aufgestellt haben.

Pornofeindliche Feministinnen

Der erste Artikel ist was für die ganz Progressiven im Publikum und hält ein „Plädoyer für die Pornographie“. Damit die Stammleserschaft nicht allzu sehr irritiert wird, versucht einem der Autor noch, Pornographie als „fast schon die Inversion“ der üblichen Rollenmuster zu verkaufen, weil ja etablierte (weibliche) Pornostars in ihren Rollen meist „einen jüngeren und gesellschaftlich unterlegenen Mann“ verführten. Die Objektifizierung der Frau finde man „in den Köpfen pornofeindlicher Feministinnen häufiger“ als in den Pornos selbst. Also zumindest in denjenigen Filmen, die der Autor so goutiert. Und da wohl auch eher nur „fast“.

Der nächste Artikel macht eher in Biologie, erklärt alles Mögliche außer der Zukunft, während der letzte noch kurz die üblichen Singlebörsen durchnudelt. Dieses epochale Spezial kündigt das Editorial an mit: „Die Zukunft des Sex. Wie sich unser Paarungsverhalten dramatisch verändert.“

Dramatische Veränderung? Nicht mit der FAZ

Was sich schon mal weniger dramatisch verändert, ist die FAZ, denn hier wird natürlich streng heterosexuell rumgemacht. Das sieht man schon im Logo des Spezials und auch die Texte haben noch nie was von Homosexualität und all den anderen komischen Sachen gehört, um die sich (womöglich auch noch pornofeindliche) Feministinnen wahrscheinlich so kümmern. Einzig das Editorial scheint verdruckst darauf einzugehen, dass es ja heute nicht immer um Hans und Grete gehe, biegt dann aber ab in Richtung billige Pointe und will einem weismachen, dass es auf Facebook sechzig verschiedene Möglichkeiten gebe, sein Geschlecht zu beschreiben. Irre! In Wirklichkeit sind es sind drei: Männlich, weiblich und benutzerdefiniert.

Was bleibt noch von der sexuellen Zeitenwende im FAZ-Spezial? Im Internet gebe es „für frühere Jahrgänge kaum vorstellbare“ Schweinereien zu sehen. Vielleicht sollte man Oma und Opa nicht so unterschätzen. Und sonst? „Fortpflanzung ohne Sex ist heute ohne weiteres möglich, Verhütung seit der Erfindung der Pille kein Lotteriespiel mehr.“ Heute im Sinne der FAZ, also 1960 (da kam die Antibabypille auf den Markt). Vielleicht recherchiere ich zur Zukunft des Sex doch lieber auf fortschrittlichen Pornoseiten. Die FAZ empfiehlt netterweise Pinkpornstars, also nichts wie hin und forschen, bevor wieder Feministinnen dazwischenhauen! Oder eine Limo aus dem Kühlschrank holen. Zur Zukunft des Sex lernt man dabei ähnlich viel wie bei der FAZ.

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