Monthly Archives: February 2015

Faust in der Tasche, Kopf im Sand

Bild_Selfie-AktionAngesichts solcher Widerwärtigkeiten und, im Ton unterschiedlich, in der Sache ähnlich armseligen Äußerungen hiesiger Ökonomen (z.B. der „Wirtschaftweise“ Feld auf derselben Seite) sowie einiger Politiker, auch derer, die heute „mit der Faust in der Tasche“ für die Griechenland-Kredite stimmen wollen, schreibe ich doch direkt nochmal ein paar Zeilen zu Griechenland.

Wenn man die eindimensionalen Kategorien übernehmen möchte, in denen Teile der Presse und der Politik zu denken scheinen, könnte man umgekehrt behaupten, dass nicht die Krisenländer Europas die Schmarotzer vom Dienst sind, sondern im Gegenteil der angebliche Zahlmeister Deutschland. Als Antwort auf eine solche Polemik bekommt man meistens zwei Stichworte in Endlosschleife zu hören. Continue reading Faust in der Tasche, Kopf im Sand

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Demokratie muss man sich leisten können

So, der große Politshowdown zwischen Griechenland und der EU ist erstmal vorbei und das Interesse erlahmt schon wieder. Ticker, Spannung, Einigung in letzter Minute, Popcorn, nächste Sau durch’s Dorf treiben, bitte. Irgendwas mit Russland vielleicht, danke. Wenn BILD in gewohnt widerwärtiger Manier einem Politiker applaudiert (selbstredend nicht Schäubles Nein zu den griechischen Vorschlägen, sondern seinem „Nein zu den Griechen“), müsste eigentlich auch dem Allerletzten ein Seifensieder aufgehen. Ja, hier und da mögen sich die Kommentatoren „uneins“ sein, aber im Zweifelsfall weiß doch auch die Qualitätspresse ganz genau, wer „gemäßigt“ und wer „radikal“ ist. Continue reading Demokratie muss man sich leisten können

Prinzipienreiten: Schäuble auf Schwarze Null Favorit

Beim Thema Griechenland kann unsere Presse endlich mal wieder so richtig je-suis-Charlie-mäßig zeigen, wie mutiger und meinungsstarker Journalismus so aussieht: Als „Geisterfahrer“ (Spiegel), „Revoluzzer“ (ZEIT), „Zocker“ (Stern), „Halbstarke“ (FAZ, n-tv) und was weiß ich sonst noch werden da die griechischen Regierungsmitglieder bezeichnet. Zugegeben, die deutsche Presselandschaft marschiert nicht ganz so unerträglich im Gleichschritt wie vor allem zu Beginn der Ukraine-Berichterstattung, aber der oft arrogante Ton ist schon erstaunlich. Glücklicherweise bemerken aber auch manche Journalisten zumindest, dass zum großen Streitgetöse nicht nur freche Griechen beitragen, sondern z.B. auch sture Deutsche.   Continue reading Prinzipienreiten: Schäuble auf Schwarze Null Favorit

You down with ÖPP?

OPPHeute ist Rosenmontag; da darf es ruhig etwas fröhlicher zugehen. Im Vergleich zum Eingangskalauer ist der Artikel staubtrocken, obwohl es ja nicht einer gewissen schalen Komik entbehrt, was Superminister Gabriel vorhat. Nachdem er letzten Sommer eine Expertenkommission einberufen hat, kommt die jetzt, aha, mit dem revolutionären Vorschlag, im Infrastrukturbereich vermehrt öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) voranzutreiben. Revolutionäres Konzept! Konfetti! Continue reading You down with ÖPP?

Im Malmström des TTIP

Jedem Anfang wohnt ein Kalauer inne und irgendwie muss man ja Aufmerksamkeit erregen. Also, wer hat bei all der Aufregung um Ukraine, Griechenland und irgendwas mit Dschungel lange nichts mehr von TTIP gehört? Das wollen wir doch mal ändern. Die EU hat sich ja tatsächlich getraut, die Bürger zu befragen und die haben TTIP zu 97% abgelehnt. Und nein, die Ablehnung gründete sich nicht nur auf das bescheuerte Chlorhühnchen, das immer gerne angeführt wird, um zu zeigen, wie albern die kleinlichen Ängste der Bürger sind. Und ja, über die vier Hauptsorgen der Bürger hinaus gibt es auch noch weitere. Continue reading Im Malmström des TTIP

It’s the Kohle, stupid!

Nochmal Griechenland; ist ja ein ganz heißes Thema. Es ist schon bemerkenswert, wie die deutsche Presse mit dem Thema umgeht. Ich habe im letzten Eintrag ja diesen Artikel verlinkt und moniert, dass er im Meinungsteil versteckt wird. Es gibt hier und da natürlich auch differenziertere Stimmen, die auch mal die griechische Perspektive einbeziehen, aber das Gros der Berichterstattung sieht, vor allem in den Schlagzeilen, leider eher so aus:

Quelle: meedia.de
Quelle: meedia.de

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