Monthly Archives: July 2014

Ambildvalenz (6)

Zeit-Online 2014-07-22

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Neue Studie: Autos kaufen keine Autos! Experten noch uneinig

Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den letzten Tagen das angebliche Zitat Henry Fords „Autos kaufen keine Autos“ gelesen habe. Statt Autos können es auch schon weitaus billigere Güter sein, die sich so manch einer nicht leisten kann. Der Spruch mit den Autos soll natürlich illustrieren, dass Konsumenten Geld in der Tasche haben müssen, um Güter kaufen zu können. Zu genau diesem Thema im Zusammenhang mit einer drohenden Deflation habe ich ja im Mai schon mal geschrieben und die Einsicht, dass wenige Vermögende den Binnenkonsum niemals so ankurbeln können wie die breite Bevölkerung, war auch damals schon nicht neu. Continue reading Neue Studie: Autos kaufen keine Autos! Experten noch uneinig

Leitartikler schließen die Reihen – und die Augen

Nachdem im letzten Beitrag Joachim Gauck mit aufgepflanztem Bajonett für die richtige Grundstimmung gesorgt hat, widme ich mich hier mal wieder dessen Lieblingsthema „militärische Verantwortung“, das in deutschen Leitmedien leider allzu gerne mit „Aufrüstung“ übersetzt wird. Nachdem mir das Thema in der ZEIT öfter unangenehm aufgefallen ist, habe ich heute die SZ gelesen und begegne genau demselben Mumpitz. Den soundsovielten Kommentar zum Thema im Detail durchzukauen, erspare ich allen, stattdessen soll – ausnahmsweise wirklich kurz – auf einige interessante Parallelen und einen Beinahe-Geistesblitz hingewiesen werden. Continue reading Leitartikler schließen die Reihen – und die Augen

Gauck- statt Gaucho-Gate?

Um den Übergang zwischen den WM-Posts der letzten Zeit und dem nächsten, wenn auch altbekannten, Thema sanfter zu gestalten – hier das Interview unseres Staatsoberhauptes zum Finalsieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (die ersten 20 Sekunden reichen schon). Man soll ja nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Macht aber Spaß. „Niedermachen“ bedeutet laut Duden:

  1. [eine größere Anzahl von wehrlosen Menschen] kaltblütig töten, umbringen
  2. (jemanden oder etwas) herabsetzen, seinen Wert nicht anerkennen.

Ulkig auch, wie Gauck sich im Lauf des Gesprächs daran erinnert, dass er

„eigentlich Präsident” sei und etwas gesetzter wirken müsse. Hat nicht ganz geklappt. Klar, das kann im Eifer des Gefechts schon mal passieren und ob das jetzt ein Einblick in das Weltbild des Joachim Gauck gewesen ist, mag jeder Hobbypsychologe für sich entscheiden. Bedeutsamer als die Frage, welche Tänze alkoholisierte Fußballer aufführen, finde ich öffentliche Äußerungen des ranghöchsten deutschen Politikers allemal.

Fred verbockt das Heute-Journal von gestern

Der ein oder andere hat ja vielleicht gestern das Halbfinalspiel zwischen Brasilien und Deutschland gesehen. Wer in der Halbzeit nicht rauchen, pinkeln oder Bier holen war, konnte ein Heute-Journal im ZDF bewundern, das ebenfalls ziemlich bemerkenswert war.

Aufhänger des Abends war natürlich die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Claus Kleber erzählte dieses und jenes und sprach dann in einer Live-Schalte mit dem dortigen Korrespondenten. Dieser berichtete über Gewalt, Raketen, zivile Opfer – kurz: „Das ist Nahost-Wahnsinn pur.” Continue reading Fred verbockt das Heute-Journal von gestern

Wie ich lernte, die Drohne zu lieben

Vielleicht sollte ich diese Seite langsam in ZEIT-Blog umbenennen. Um es mal klar zu sagen; ich halte die ZEIT für ein relevantes Organ, die durchaus guten Journalismus zu bieten hat. Gerade deshalb irritieren mich die penetranten Forderungen nach mehr Aufrüstung und mehr militärischer „Verantwortung“. Wenn ein Leitmedium anfängt, in solchen Fragen die Politiker von Gauck über Steinmeier bis von der Leyen nachzubeten, mache ich mir Sorgen um die vierte Gewalt. Continue reading Wie ich lernte, die Drohne zu lieben