Schenkelglotzer und andere Subtilitäten

Spiegel Titel

Immer schön, wenn Zeitungen und Zeitschriften einen regelmäßig daran erinnern, warum man eigentlich aufgehört hat, sie zu lesen. Heute morgen war das, mal wieder, der SPIEGEL. Was war das für eine Aufregung, als der ehemalige stellvertretende BILD-Chefredakteur Blome in gleicher Funktion zum ehemaligen Sturmgeschütz der Demokratie wechselte. Meiner Meinung nach hatte die SPIEGEL-Redaktion schon vorher eindrucksvoll bewiesen, dass sie in der Lage ist, journalistische Rohrkepierer dieses Kalibers hier zu produzieren. Aber vielleicht sind die Hitler-Titel seit Blomes Ankunft tatsächlich noch snappier geworden und eventuell macht Blome den SPIEGEL auch so subtil sexy wie das heutige Heft?

Zum aktuellen Aufmacher: Mal abgesehen davon, dass Jugendliche Pornografie heute wohl kaum noch vor dem Fernseher konsumieren, wie das die zuständigen Redakteure aus der eigenen Jugend kennen und mal gesetzt den Fall, die gespreizten Frauenbeine haben das Hirn nicht schon aus- und den Kaufreflex eingeschaltet – der SPIEGEL beantwortet die Titelfrage nach der angeblichen Schädlichkeit online sowieso schon selbst:

Spiegel Screenshot

Frage beantwortet, Geld gespart. Wäre nur schön, wenn sich die Medien auch das Papier sparten, wenn das Ganze sowieso nicht der Rede wert ist und alle Jahre wieder hysterische Fragen gestellt werden, die später sowieso verneint werden. Man muss ja schon froh sein, wenn nicht wieder der STERN wie seinerzeit 2007 um die Ecke kommt und sexuell verrohte Kinder und Teenager herbeifantasiert, die nur noch an den nächsten Gangbang denken. Insgesamt scheint sich durch die mediale Verfügbarkeit von Pornografie in der Sexualität junger Menschen wenig bis gar nichts zu ändern, das kann man immer wieder nachlesen. Aufschlussreich ist auch die letztjährige Studie „Jugendsexualität im Internetzeitalter“ der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Kurz gesagt steht darin: Mädchen konsumieren nach der Studie sowieso recht wenig Pornos und der Umgang der Jungs „mit Pornografie ist unaufgeregter als die öffentliche Diskussion darüber.” Eben.

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