Fuchs nimmt Bär WM weg

Eigentlich müsste ich diese Idee in der Rubrik „Stunt der Woche“ einordnen. Bühne frei für Fuchs:

„Ob es vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse wirklich angemessen ist, in vier Jahren eine Fußball-Weltmeisterschaft in Russland auszurichten, das kann man durchaus in Frage stellen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union Michael Fuchs (CDU) am Freitag.

Denn über die WM-Vergabe entscheidet natürlich die deutsche Politik, wer sonst? Aber Fuchs ist natürlich nicht nur Sportexperte sondern auch gewiefter Politikstratege, der diesen Schachzug nur als Teil eines „breiter angelegten Vorgehens“ sieht. Dieses umfasst genau zwei Maßnahmen: WM wegnehmen und die deutsche Abhängigkeit von russischem Öl und Gas „überdenken“. Der Unionspolitiker verweist dabei auf alternative Bezugsquellen wie z.B. Nordafrika und das Kaspische Meer. Statt Nordafrika hätte er eigentlich Libyen sagen müssen, es aber dann doch lieber mal gelassen. Der zweite Hinweis dürfte die Investoren der Transadriatischen Pipeline freuen und im Unterschied zum gescheiterten Konkurrenz-Projekt Nabucco ist die deutsche Wirtschaft in Gestalt von E-On bei der TAP mit von der Partie. Die Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres sind selbstredend alle krisensicher und von Moskau unabhängig: Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Iran und, aha, Russland. Fehlt als dritter Salto in Fuchs’ Masterplan nur noch der Hinweis auf das Aus eneuerbarer Energien und auf zukunftsträchtige heimische Energieträger wie Kernkraft oder Braunkohle, dann wäre es eine glatte Zehn.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s